Presse

down beat – 8/2014 by Jeff PotterAndreas Schickentanz, Chimera (Jazz Haus Musik 214; 64:01, 3 stars)

A busy trombonist-composer based in Cologne, Andreas Schickentanz is a swinging, thoughtful and dexterous soloist. He also knows the elemetal value of a great sounding long tone. The bandleader has a warm, expressive sound from the bottom to the top of his instrument. And he has carefully chosen bandmates whom are equally dedicated to the beauty of sonic blend. This is especially evident in his brotherly blend with tenor saxophonist Matthias Erlewein. The naked improvisations here sometimes incorporate electronic effects and snippets of field recordings. Even within that seemingly aberrant input, the trombonist finds the connecting color thread.

 

Audio 07/2015 : 56 – Werner Stiefele

Der Posaunistenkollege (bezieht sich auf eine vorherige Rezension von Samuel Blaser) Andreas Schickentanz setzt auf seiner Soloscheibe `Axiom´ hingegen explizit auf die Möglichkeiten der elektronischen Soundbearbeitung, um Klangfülle, Mehrstimmigkeit. metallische Sphären oder verwaschene, an die Tonfärbung der ersten Syntheziser erinnernde Klangwolken zu erreichen..

Zwischendurch baut der Kölner Freidenker auch mit fast konventionellen Posaunentönen loopartige Effekte: eine vielfältige Scheibe, die mit völlig anderen Mitteln an die Innovationsfreude Mangelsdorffs anknüpft.

 

 

Jazz Thing / Juni-August 2013 – Andreas Schickentanz , Chimera / Jazzhaus Musik JHM 214

Chimären sind mythische Wesen, halb Bock, halb Löwe, oft beflügelt. Posaunist Andreas Schickentanz vereint nicht nur auf dem Titelstück seiner neuen CD `Chimera´ viele unterschiedliche musikalische Facetten zu einem Gesamtbild, das aber weit mehr als halb und halb verspricht und keineswegs bockig oder gar wie ein brüllendes Fabeltier daherkommt. Beflügelt und eher einem eleganten Pegasus gleich spielt das Quintett luftig leicht und mit einer erfreulichen harmonischen Vielfalt. Die reiche Harmonik und melodischen Sequenzen ergänzen und reiben sich mit offenen, freieren Strukturen, die manchmal wie Klangcollagen erscheinen, sowie die beiden `Brussels night´ – Parts oder in ` A taxi will come´. Alles gemeinsam verbindet sich zu einem organischen Gruppensound. Schickentanz´ Posaunenspiel istgeschmeidig, prominent, aber nicht dominant. Sparsam und gezielt eingesetzte Samples schaffen zusätzlich Atmosphäre und ziehen den Hörer schon mit dem Opener `Unter Menschen´ in den musikalischen Kosmos des Kölners. In dem findet sich auch die Volksweise `Sah ein Knab ein Röslein stehn´, die nach anrührendem, aber keinesfalls kitschigen Beginn einen fulminanten Groove entwickelt. Weil das Röslein der einzige Track ist, der nicht aus der Feder des Posaunisten stammt, unterstreicht das Repertoire auch die überzeugenden Qualitäten als Komponist.

 

Chimera / Andreas Schickentanz – April 2013 / Joachim Holzt-Edelhagen

Der Posaunist Andreas Schickentanz fasziniert die Welt mit seiner neuen CD “ Chimera“ – Zusammen mitMatthias Erlewein (ts), Lars Duppler (p), Volker Heinze (b), Jens Düppe ( dr), Johannes Behr (g), Fillippa Gojo (voc) entsteht ein Klangkosmos des traditionellen Jazz, ohne sich im Gestern zuverlieren. Das hochkarätige Ensemble zieht den Hörer ab dem ersten Stück in seinen Bann. Die vielfarbigen Stücke wie z.B. “ Unter Menschen “ – “ Brussel night “ – Jaune et vert “ u.a. fügen sich harmonisch zusammen. Dem Hörer verbleibt ein eleganter Fluss an Jazz-Musik , die beeindruckt. Durch den samtigen Klang der Posaune mit Effekten wird das Album zu einer besonderen Atmosphäre. Gehaltvolle Soundvarianten zu einerWeichheit, die punktgenau u. witzig ist. Kompositionen von Andreas Schickentanz, an denen das Jazz-Herz nicht vorbei kommt. Weggefährten sind auch Lee Konitz -David Liebmann- Claudius Valk -Norbert Stein-Markus Stockhausen u. Nils Wolgram . Ein “ Star Ensemble“ hochkarätig und beeindruckend.April 2013 / Joachim Holzt-Edelhagen

 

Hans Bernd Kittlaus / Jazz Podium

Posaunist Andreas Schickentanz legt mit „Chimera“ seine zweite CD unter eigenem Namen vor, eingespielt mit seinem Quintett REFUGIUM, das seit 2010 besteht. Der Hörer spürt jederzeit die Vertrautheit der Bandmitglieder untereinander und mit den elf Eigenkompositionen des Leaders.

Schickentanz prägt mit seinem sehr runden, kultivierten Posaunen-Sound die Musik und sticht auch solistisch hervor, etwa in „Jaune et Vert“ oder dem Solostück „Solitary“. Ihm zur Seite steht der Tenorsaxofonist Matthias Erlewein, der ähnlich wie Schickentanz musikalische Substanz überheldenhafte Virtuosität stellt. Die Musik bewegt sich überwiegend auf eher ruhigen Pfaden bis hin zu Lounge-Anklängen, so etwa in „Abbygail“ mit der Sängerin Filippa Gojo als Gastsolistin. Abwechslung schaffen eine Sound Collage unter dem Titel „A Taxi Will Come“ mit Taxi-Hupen und der Stimme eines Muezzins oder die gelungene Verjazzung des deutschen Volkslieds „Sah ein Knab ein Röslein stehen“. Schlagzeuger Jens Düppe hat großen Freiraum, den er gekonnt mit perkussiven Farben ausmalt. Gemeinsam mit Bassist Volker Heinze schafft er eine stabile rhythmische Basis, die den beiden Bläsern ebenso den Rücken freihält wie dem Pianisten Lars Duppler, der besonders mit seinem Solo in „Boviscopophobia“ (Angst als Herdentier angesehen zu werden) glänzt. Insgesamt eine CD, die mehrfaches Hören mit immer neuen musikalischen Entdeckungen belohnt.